Unter der enthusiastischen Regie von Florian Schnell ("Mia und der Minotaurus") drehen wir gerade in den malerischen Schluchten und Wäldern Baden-Württembergs den Spielfilm "Offline". Der unterhaltsamen Geschichte (Buch: Jan Cronauer und Florian Schnell) und ihren zahlreichen Verwicklungen möchte ich hier nicht vorgreifen und Euch die Möglichkeit lassen, diesen wundersamen Coming-Of-Age-Film 2016 im Kino oder Fernsehen "ungespoilert" zu geniessen. Wer aber den Schreiber dieser Zeilen im Schottenkilt und mit Plaste-Äxten bewaffnet das "Ballet des Todes" tanzen sehen möchte, darf sich jetzt schon auf diese Koproduktion von Rat Pack Film ("Fack ju Göhte") und der Filmakademie Baden-Württemberg freuen.
Wer mehr über den Fortgang der Dreharbeiten zu "Offline" wissen möchte, ist hier gut beraten:
FACEBOOK-Seite des Films
FERNSEHTERMIN: Tatort "Butterfly - Im Schmerz geboren"
Im Sommer letzten Jahres haben wir mit Regisseur Florian Schwarz einen außergewöhnlichen Tatort für den Hessischen Rundfunk gedreht, der bereits beim Münchner Filmfest hohe Weihen erhalten hat und auf dessen Erstausstrahlung am 12.Oktober ich mich sehr freue.
Unter dem sperrig klingenden Titel "Butterfly - Im Schmerz geboren" (Drehbuch: Michael Proehl) ziehen Kommissare Murot (Ulrich Tukur) und Wächter (Barbara Philipp) zum vierten Mal in die Schlacht. Und das ist wörtlich zu nehmen, denn am Ende dieses Sonntagabends wird mehr Kunstblut geflossen sein, als in allen Schweiger-Tatorten zusammen. Um aber nicht zu viel zu verraten, erlaube ich mir hier einfach den HR-Pressetext zu zitieren:
"Ein einsamer Bahnhof, drei Männer mit Waffen, ein Mann, steigt allein aus dem Zug. Plötzlich liegen die drei Männer tot im Staub, aber der andere Mann hat nicht geschossen … "Wächter, hier ist etwas faul!" Als Murot auf der Videoüberwachung den Mann erkennt, der nicht der Mörder ist, schwant ihm Unheil. Es ist Felix Harloff, sein ehemals bester Freund aus der Polizeischule. Die beiden waren einmal in dieselbe Frau verliebt, mit der sie, wie in ihrem Lieblingsfilm "Jules et Jim" in einer ménage à trois zusammenlebten. Harloff wurde damals wegen einer Drogengeschichte vom Polizeidienst suspendiert und verschwand vor dreißig Jahren mit der Frau nach Südamerika, wo er in den folgenden Jahren zu einem Supergangster avancierte. Schnell wird klar, dass sich Harloff mit seinem Sohn auf einem Rachefeldzug befindet. Noch mehr Morde geschehen. Harloff hat jedoch immer ein Alibi. Murot versucht verzweifelt, die Mordserie zu stoppen, ahnt aber noch nicht, dass eigentlich er das Ziel eines teuflischen Plans ist …"
Mit dabei sind u.a. Ulrich Matthes, Alexander Scheer, Pit Bukowski, Alexander Held, Gerdi Zint, Schenja Lacher, Golo Euler. Wenn ihr mehr wissen wollt, dann schaut Euch den neuen Trailer an:
KINOSTART: Die Zeit vergeht wie ein brüllender Löwe
Am 8.Oktober kommt der wunderbare Essayfilm "Die Zeit vergeht wie ein brüllender Löwe" von Philipp Hartmann in die Kinos. Es sind die Reflektionen eines Filmemachers auf der Mitte seines Lebens zum Wesen von Erinnerung, Zeit und ihrem Vergehen, aber auch der Möglichkeit, sie vielleicht ein wenig zu entschleunigen. In schönen Bildideen, sehr einfühlsamen Gesprächen und mit dem Mut, auch der eigenen Vergangenheit und Vergänglichkeit zu begegnen, hat Hartmann einen Film gemacht, den ich dringend empfehlen kann. Zugegeben, meine Neutralität steht in Frage, da ich zusammen mit zwei anderen Schauspielkollegen einen kleinen Teil zu dieser Arbeit beigetragen habe, aber einen Besuch ist dieser Film in jedem Fall wert.
Wer mehr über den Film oder die Premierentour mit Regisseur und Erzähler Philipp Hartmann wissen möchte, wird hier sehr gut informiert:
- Offizielle Seite des Film mit Tourdaten und Infos.
Dreharbeiten: Episode "Foul" mit Horst Hrubesch, 28.Staffel
Die Dreharbeiten zur 28.Staffel des unverwüstlichen Großstadtreviers gehen in die zweite Hälfte und wie es das Publikum gewohnt ist, werden auf dem "berühmtesten Polizeirevier Hamburgs" wieder polizeilicher Alltag und aktuelle Themen zusammengebracht.
So habe wir gerade unter der Regie von Tom Zenker die Episode "Foul" abgedreht, in der das Outing eines schwulen Fußballers und die verheerenden Reaktionen seiner Team-Kollegen im Mittelpunkt stehen. Mit von der Partie ist in dieser Folge die Spielerlegende Horst Hrubesch, der Hannes Krabbe bei einer schwierigen Aufgabe hilft. (Ein Klick auf das Bild unten verbindet Euch mit einem Blick hinter die Kulissen des Drehs im Stadion des HSV.)
Doch die Belegschaft des 14. Kommissariats werden in dieser Staffel noch viel mehr Probleme zu lösen haben; unter anderem geht es um geflüchtete Menschen, Nazis im Polizeidienst, die Gentrifizierung der Hamburger Innenstadt und Alzheimer-Erkrankung einer Kiezgröße. Aber vor allem wird Hannes Krabbe mit einer Urgewalt zu kämpfen haben, gegen die noch kein Mittel gefunden wurde: die Liebe.
Ab dem Montag, dem 24.November werden die 16 brandneuen Episoden ausgestrahlt und wer über Sendetermine und Inhalte mehr wissen möchte, kann sich hier auf Facebook informieren:
- Das Großstadtrevier auf Facebook
Dreharbeiten: "Maltesermädchen"
Dieser Tage habe ich als Gast ein wenig in rheinischen Gefilden gewildert, wo im Bergischen Land und ein Köln im Rahmen der neuen ZDF-Reihe "Mordshunger" der Spielfilm "Maltesermädchen" unter der versierten Regie von Marcus Weiler in Produktion gegangen ist. Die Handlung des Drehbuches von Mika Kallwass möchte ich nicht vorwegnehmen, aber wieder steht das fiktive Dorf Klein-Beken im Mittelpunkt der Handlung und vor allem Aurel Manthei als Ermittler Max und Anna Schudt als seine Schwester Britta, die als Köchin und Gastronomin den Finger am Puls der skurrilen Dorfbevölkerung hat..
Neben Eurem treuen Schreiberling und den eben Erwähnten tun in diesem Stück Christian Aumer (Grüße an dieser Stelle nach Bremen!), Sebastian Bezzel, Antonia Lingemann, Florian Lange, Varlerie Niehaus, Tobias Diakow, Stefan Luca und viele andere mit. Ein Sendetermin steht noch nicht fest, aber wer mehr über den Film und die Reihe wissen möchte, wird hier gut informiert:
- Webseite von "Mordshunger" beim ZDF
Dreharbeiten: In Your Dreams - Der Sommer Deines Lebens
Hessen ist berühmt für fertiggestellte Flughäfen, vergorenen Apfelsaft und korrupte Politiker, aber auch für gesellige Menschen und bauliche Schönheiten. Die Städtchen Melsungen und Spangenberg sind beispielsweise randvoll mit den prächtigsten Fachwerkhäusern, die ihrerseits in den letzten Wochen als malerische Kulisse für die australische Teenie-Serie "In Your Dreams" dienten.
Erfolgreich und deswegen mit einer zweiten Staffel von 26 Episoden belohnt, dreht sich in der Koproduktion von Southern Star Entertainment/Endemol Australia und TV Plus wieder alles um die Zwillinge Sam (Tessa de Josselin) und Ben (David Delmenico), die im Spannungsbereich zwischen zarten Romanzen, Stilfragen und Selbstfindungen alle möglichen Abenteuer in Australien und einem (fiktiven) Deutschland erleben.
So geht es in einer Episode um Ralph und Georg, zwei zerstrittene Wirte, die sich gegenseitig das Berufsleben schwer machen und durch jugendliche Intervention wieder versöhnt werden müssen. Als Experte für verkrachte Existenz war es mir eine Freude bei dieser Serie mit zutun und besonders mal wieder an der Seite von Steffen Groth (Ralph) und Paula Paul (Gertrud) zu spielen, war ein ganz besonderes Vergnügen. Tatsächlich war es so amüsant, dass wir neben dem Dreh unter der Regie von Ralph Strasser, noch Zeit für Selfies und Softeis hatten.
Mehr zur "In your dreams" gibt's hier:
- In your Dreams - Die australische Webseite
- Sommer Deines Lebens - Bei KIKA
Die lokale Presse hat uns mit einem Besuch beehrt und vor allem das begleitende Video zum Artikel der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen hat mich mit seinem filmischen und sprachlichen Guerilla-Style überzeugt:
Dreharbeiten: Paradies schlechte Laune
Die Macher und Macherinnen von Kurzfilmen sind oft die unbesungenen Heldinnen des Filmgeschäfts. Völlig zu unrecht, denn manchmal sind auf 7 Minuten DV-Video mehr Ideen und Formversuche untergebracht, als auf der zwölffachen Länge im Prime Time-Fernsehen. Da ich selbst sehr gerne in diesem Genre arbeite und das Glück habe, hin und wieder von talentierten, jungen Menschen auf diese Kurztrips mitgenommen zu werden, möchte ich hier nun hin und wieder sehenswerte Kurzfilme vorstellen.
Nachfolgend ein Ausschnitt aus Matis Burkhardts Short "Paradies schlechte Laune", der im Frühjahr in Berlin hergestellt wurde. Zur Einnordung: Frank ist ein arbeitsloser Regisseur, der von seinem Hartz IV-Sachbearbeiter Herrn Glück (Michel Haebler) für eine Tätigkeit bei der Agentur für Arbeit zwangsrekrutiert werden soll. Doch Frank hat eine gute Idee...
Zum Abspielen klickt bitte unten auf das Bild.
Sehenswert: Äkta Manniskör/ Echte Menschen
Seit einigen Jahren wird deutlich, dass die Kollegen bei den skandinavischen Fernsehanstalten in der Produktion von aufregenden und neuartigen Fernsehserien in Europa die Nase vorne haben und selbst einer Qualitätsgarantin wie der BBC den Rang ablaufen. So wundert es nicht, dass beispielsweise die letzten beiden Staffeln von "Forbrydelsen" (in der deutschen Synchronfassung "Kommissarin Lund" genannt) bei der BBC entgegen allen Gewohnheiten auf dänisch mit englischen Untertiteln zu sehen war.
Besonders fasziniert mich an den Produktionen vor allem aus Dänemark und Schweden, dass sie eben nicht mit den angeblich konkurrenzlosen Budgets der großen US-PayTV-Shows hergestellt werden, sondern sich eher auf dem finanziellen Niveau eines Mittelklasse-Tatorts bewegen. Auch ihre lokale Verortung in dänischen Reihenhäusern oder schwedischen Polizeiwachen wird keineswegs "internationalisiert", sondern eher stark gemacht und verleiht den Shows einen ganz eigenen, nie gesehenen Charme.
In diesem Zusammenhang möchte ich besonders auf die hierzulande wenig beachtete Serie "'Äkta Manniskör" ("Echte Menschen" oder "Real Humans") aus der Feder von Lars Lundström verweisen, die als kleines Juwel des SciFi-Genres für besonders attraktive Reibungen in unseren Sehgewohnheiten sorgt.
"Echte Menschen" spielt in einem gegenwärtigen Schweden, dass bedingt durch massive Fortschritte in der Robotik einen Gesellschaftswechsel durchläuft. Vor etwa fünfzehn Jahren wurde weltweit die erste Reihe von "Hubots" genannten, menschenähnlichen Robotern eingeführt, deren stark verbesserte Nachfahren nun in jedem Bereich von Produktion, Dienstleistung und Rekreation eingesetzt werden.
Die schwedische Mittelklasse, in der Serie beispielhaft durch die Familie von Anwältin Inger Engman (Pia Halvorsen) und ihrem Mann Hans (Johann Paulsen) dargestellt, besorgt dem zunehmend kränkelnden Großvater selbstverständlich einen Altenpflege-Hubot, während sich Sohn Tobias (Kare Hedebrant) unglücklich in die neue kybernetische Haushaltshilfe Anita (Lisette Pagler) verliebt.
Während die Anwältin Inger eine juristische Kampagne zur Gleichberechtigung der Hubots plant, mag sich die proletarische Unterschicht hingegen nicht mit ihrer faktischen Abschaffung abfinden. Nicht nur Lagerarbeiter Roger Larsson (Leif Andrée) greift zu militanten Mitteln, um den "echten Menschen" wieder zur Geltung zu verhelfen, sondern es formt sich ein (etwas faschistoid geratener) Untergrund, der in den Hubots eine Bedrohung ungeahnten Ausmasses vermutet.
Und natürlich wäre das Genre verfehlt, wenn es nicht tatsächlich eine Gruppe von renegaten Cyborgs gäbe, die bereits Bewußtsein entwickelt hätten und an ihrer persönlichen Befreiung arbeiteten. Unter der Leitung des enigmatischen Leo (Andreas Wilson) ziehen die abgerissenen Ex-Bordell- und Baustellenroboter auf der Suche nach Strom und Akzeptanz durchs schwedische Unterholz und streiten sich über den Wert menschlichen Lebens.
Die Serie, deren Optik und vor allem Make-Up ebenfalls Beachtung verdienen, besticht weniger durch unerhörte Innvotationen, schließlich hat Ridley Scott schon 1982 in "Blade Runner" den zynischen Roy und seine Bande von liebeshungrigen Replikanten auf Tour geschickt, sondern durch die Kombination von klassischen SciFi-Elementen mit schwedischer Alltäglichkeit. Um nur ein Highlight von vielen zu nennen: Bereits zu Beginn der ersten Staffel kommen Leos Outlaws in einer kleinen Dorfkirche auf dem Land unter, deren Hausherrin eine gutmütige, lesbische Pastorin ist. Alleine ihre theologischen Auseinandersetzungen mit einem blondperücktem Liebes-Cyborg aus japanischer Produktion sind eine Anschau wert.
Bereits 2.Staffeln von "Äkta Manniskör" wurden im schwedischen Staatsfernsehen SVT gesendet und eine dritte Staffel ist für das kommende Jahr bestellt. ARTE hat eine deutsche Synchronfassung der beiden Staffeln beauftragt und bereits gesendet und sowohl das schwedische Original, als auch die deutsche Version liegt auf DVD und BluRay vor.
Ein sehr lesenswertes Interview mit Lars Lundström, dem Autor und Producer der Serie gibt es hier bei ARTE zu lesen.
Einen kurzen Trailer gibt es hier: